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Verkehrswert falsch ermittelt – daraus folgt ein Schadensersatzanspruch

Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 02.12.2015, Akz. I ZR 47/15, nunmehr klargestellt, dass wenn der Grundstückswert fehlerhaft ermittelt wird, grundsätzlich ein Schadensersatzanspruch in Betracht kommt. Der Schadensersatz kann dabei entweder darauf gerichtet sein, den Geschädigten so zu stellen, als hätte er den Grundstückskaufvertrag nicht geschlossen, oder darauf, dass der Geschädigte den bewerteten Gegenstand bei korrekter Wertfestsetzung zu einem für ihn günstigeren Preis veräußert hätte.

Im vorliegenden Fall verlangte die Verkäuferin von der Maklerin Schadenersatz i.H.v. 66.000 EUR mit der Begründung, die Maklerin habe den Verkehrswert zu niedrig ermittelt. Im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angaben der Maklerin habe sie das Objekt um 60.000 EUR zu billig veräußert. Bei fehlerfreier Bewertung wäre ein höherer Kaufpreis zu erzielen gewesen. Das Landgericht hat zunächst die Klage abgewiesen, der Bundesgerichtshof hat dem Anspruch der Verkäuferin stattgegeben. Die Maklerin hätte das Objekt zum tatsächlichen Verkehrswert anbieten müssen. Etwaige Bewertungsspielräume bei der Ermittlung des Verkehrswertes sind dabei nicht zu berücksichtigen, weshalb sich die Haftung nicht nur auf außerhalb dieses Spielraums liegende Schäden beziehen würde.

mitgeteilt von
Michael Menzel
Rechtsanwalt