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Sachverständigenkosten nach Verkehrsunfall (Plausibilitätskontrolle)

Vor dem Hintergrund dessen, dass Versicherer und Geschädigte immer häufiger darüber streiten, ob die Kosten des Sachverständigen erstattungfähig sind, ist der Unfallgeschädigte gut beraten, wenn er einen Sachverständigen nach einem Verkehrsunfallereignis beauftragen will, prüft, ob die vom Sachverständigen geltend gemachten Honorare marktüblich sind. So hat der Bundesgerichtshof in der Entscheidung aus dem Jahr 2016 (BGH NJW 2016,3092) darauf hingewiesen, dass es einem Geschädigten durchaus zumutbar ist, und zwar vor Abschluss des Sachverständigenvertrages, zu prüfen, ob die pauschalen Nebenkostenbeträge wie etwa Kilometergeld von 1,05 EUR pro Kilometer, die Kosten von 2,45 EUR pro Foto bzw. von 2,05 EUR pro Foto für den zweiten Satz, Schreibkosten von 3,00 EUR und Kopierkosten von 1,00 EUR pro Seite tatsächlich angemessen sind. Andernfalls kann es passieren, dass man auf diesen Kosten hängen bleibt.

Bestreitet der Haftpflichtversicherer die Erforderlichkeit der Rechnung wird im Übrigen nach meinem Dafürhalten auch jeder Geschädigte gut beraten sein, wenn er die Kosten des Sachverständigen zunächst selbst begleicht. Denn in einem solchen Fall kann die gegnerische Haftpflichtversicherung in einem Prozess sich nicht darauf beschränken die Erforderlichkeit der Sachverständigenkosten einfach zu bestreiten, sondern sie muss dann substantiiert vortragen, warum sie meint, dass die Sachverständigenkosten nicht angemessen sind. Zahlt der Geschädigte die Rechnung spricht vieles dafür, dass die Angemessenheit gegeben ist, denn dann kann das Gericht nach § 287 Abs. 1 ZPO dies als gewichtiges Beweismittel zur Beantwortung der Frage hinzuziehen.

mitgeteilt durch
Michael Menzel
Rechtsanwalt


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